Neue Gesichter, frischer Wind und eine Menge verrückter Ideen, drumherum ein beeindruckender Toby Hoffmann mit schwerer, zorniger und scharfkantiger Lyrik, die dieser ausgewaschenen Begrifflichkeit noch Ehre zu machen vermochte - das war der November-Slam im E-Werk. Der Wettkampf im Schnelldurchlauf:
Tolle Performances und eine intensive Bühnenpräsenz gepaart mit ebenso hintersinnigen wie unterhaltsamen Texten auf gewohnt hohem Niveau sicherten Clara Nielsen aus Bamberg und dem Erlanger Lucas Fassnacht am 16.10. den Einzug ins Finale – beide in der Vergangenheit bereits mehrfache Gewinner des E-Werk-Slams. Diesmal hatte schließlich Clara Nielsen die Nase vorn, nahm den Sieg mit nach Hause und darüber hinaus die Erinnerung an einen facettenreichen, großartigen Abend, den verpasst zu haben wir euch nicht geraten haben möchten
Stand zunächst zu befürchten, der Saisonauftakt vor vollem Haus könnte durch zwei kurzfristige Absagen im Teilnehmerfeld etwas dünn besiedelt sein, belehrte uns der Abend jedoch schnell eines besseren. Nicht wenige Zuschauer teilten uns mit, dass sie schon lang nicht mehr solche Lachkrämpfe hatten – und wir Organisatoren möchten uns dieser Aussage anschließen. Ja, es ging verrückt und lustig zu, aber auch die ernsten und stillen Töne fanden ihren Platz im poetischen Wettkampf, der von der spontan gegründeten Band „Die Kestler-Zwillinge“ musikalisch aufs angenehmste eingerahmt wurde. Dass man dabei u. U. etliche ihrer Nummern fälschlicherweise für Cover-Songs hielt, spricht nur für die beachtlichen kompositorischen Fähigkeiten der Bandmitglieder.
Die herausragendste Eigenschaft des Open Air Slams 2011 war, dass die Show dieses Jahr tatsächlich open air stattfinden konnte
Wir bedanken uns dafür uns dafür bei allen zuständigen Wettergöttern, wenngleich auch, besonders gegen Ende der Veranstaltung, eine bedrohliche Gewitterwolkenanballung wie ein Damoklesschwert über der Veranstaltung hing, was dem Ganzen eine ganz neue Art von Nervenkitzel verliehen hat. Keine 10 Minuten nach Ende entlud sich dann schließlich der zornige Himmel, eine sintflutartige Regenflut setzte Teile des E-Werks unter Wasser, auf einem der Parkplätze stand es kniehoch!