Open Air Poetry Slam zum Poetenfest am 26.08.2012

Sonntag, 26.08.2012
Erlangen, E-Werk – Außenbühne
Beginn 18:00 Uhr
1. Runde auf jeden Fall draußen! Bei schlechtem Wetter gehen wir für die 2. Runde rein.

Eintritt frei!

Seit über 10 Jahren ist der Poetry Slam im E-Werk zu Hause. Wie jedes Jahr wird dabei die Sommerpause im August für eine hochkarätig besetzte Open Air Show unterbrochen. Dank der großzügigen Unterstützung durch die Stadt Erlangen und das E-Werk ist dabei der Eintritt für alle Besucher frei!

2012 ist die bekannte „Dichterschlacht“ offizieller Programmpunkt des 32. Erlanger Poetenfests und findet am 26.8. mit herausragenden Gastkünstlern im Außenbereich des E-Werks statt. Mit Bas Böttcher (Berlin), Volker Strübing (Berlin) und Nektarios Vlachopoulos (Mannheim) laufen gleich drei (!) deutsche Meister der Kunstsparte Poetry Slam auf. Hinzu gesellen sich der „Metrogarde“-Sprechdichter Timo Brunke (Stuttgart), Kultautor Andy Strauß (Münster), die niederländische Bühnenpoetin Jolies Heij (Utrecht) und Lokalmatador Lucas Fassnacht (Erlangen). Selbstverständlich dürfen auch Nachwuchsdichter aus der Region nicht fehlen, diesmal sind Sieglinde Holzknecht, Felix Kaden und Thomas Forstner mit dabei. Drum herum sorgen der Berliner Liedermacher Jan Koch und die Erlanger Formation Raphael Kestler & Band für das musikalische Rahmenprogramm. Moderation: Jan Siegert (Stuttgart)

Bas Böttcher (Berlin)

Botschafter der Sprache im Jahr der Geisteswissenschaften 2007, Deutschsprachiger Poetry Slam Champion 1997

Bas Böttcher zählt zu den Mitbegründern der deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Seine Texte gelten als Klassiker der zeitgenössischen Bühnenlyrik. Sie erscheinen in Schulbüchern und wichtigen Sammlungen deutscher Dichtung (Der Neue Conrady, Lyrikstimmen u.a.). Er veröffentlichte zusammen mit Wolf Hogekamp 2005 die erste Poetry Clip DVD. (Voland & Quist/Lingua Video) Im Verlag Voland & Quist publizierte er außerdem die beiden Gedichtbände „Dies ist kein Konzert“ (2006) und „Neonomade“ (2009).
Bas Böttcher ist Erfinder verschiedener Medienformate für Lyrik. Er entwickelte den elektronischen Hypertext „Looppool“ als neue Ausdrucksform im Internet. (Sonderpreis 1998 von Die ZEIT, ARDOnline und IBM), den „Poetry Clip“ als audiovisuelles Format und die Textbox für live Performances. Die Textbox wurde im Centre Pompidou (Paris), der Neuen Nationalgalerie (Berlin) und auf Buchmessen weltweit ausgestellt.
Bas Böttcher lehrte am Deutschen Literaturarchiv Marbach, an der Kulturakademie Baden-Württemberg, am Goethe Institut und an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die NZZ betitelte ihn jüngst als „Pop-Poetry-Pionier“, die FAZ vergleicht ihn mit Jandl und Ringelnatz.
www.basboettcher.de

Nektarios Vlachopoulos (Mannheim)

Amtierender Deutschsprachiger Poetry Slam Champion 2011

Nektarios Vlachopoulos ist kein Künstlername. Der gebürtige Grieche und Wahlmannheimer studiert derzeit Germanistik und Anglistik auf Lehramt und ist daneben einer der erfolgreichsten Slam Poeten im deutschsprachigen Raum sowie amtierender deutscher Meister der Kunstsparte Poetry Slam.
Nachdem er Ende 2007 das Format des Dichterwettstreits zunächst als Zuschauer für sich entdeckte, nahm er bereits Anfang 2008 an seinem ersten Wettbewerb teil. Seither hat er an über 100 Veranstaltungen in und um Deutschland teilgenommen, an mehr als 40 davon siegreich. 2009 gründete Nektarios Vlachopoulos zusammen mit drei weiteren Bühnenautoren die erste Heidelberger Lesebühne „Die Vollversammlung“. Im selben Jahr fing er an, Poetry Slam-Kurse an Schulen, Vereinen und Theatern zu leiten. Mittlerweile veranstaltet er einen eigenen Poetry Slam in Heilbronn und eine Spoken-Word Show im Mannheimer Nationaltheater.
Seinen bislang größten Erfolg feierte er im Oktober 2011 vor über 4000 Zuschauern mit dem 1. Platz bei den 15. deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam 2011 in Hamburg.

Timo Brunke (Stuttgart)

Schubart-Literaturförderpreis 2011

Timo Brunke, Autor und Darsteller, erforscht das Material der Sprache und präsentiert seine Ergebnisse seit Anfang der 90er Jahre auf Bühnen im In- und Ausland. Die mündlichen Traditionen der Poesiegeschichte im eigenen Schaffen wiederaufleben zu lassen und fortzuschreiben – das ist Brunkes Anliegen. Sein dichterisches Erkennungszeichen sind Darbietungen in einer durch konsequentes Zeit-Silben-Arrangement komponierten Sprache.
Als Partner von Bas Böttcher gastierte Timo Brunke mit der „Textbox“, dem „kleinsten Massenmedium der Welt“, an Orten wie der Neuen Nationalgalerie Berlin, dem Centre Pompidou oder internationalen Buchmessen wie Peking, Abu Dhabi oder Bangkok. Inzwischen ist er mit zahlreichen Lehraufträgen und Auftragswerken bedacht worden und gilt als Wegbereiter der deutschsprachigen Performance-Poesie. Er lebt und arbeitet als Bühnenpoet und Autor in Stuttgart und leitet am dortigen Literaturhaus die Sprachwerkstatt „Wort und Spiele“ – ein von der Robert-Bosch-Stiftung ausgezeichnetes Pilotprojekt im Bereich der Sprachvermittlung.
2009 erschien Brunkes erstes Kinderbuch „Warum heißt das so?“ (Klett-Kinderbuch). Vom österreichischen Bundesministerium für Bildung und Forschung ist es zum besten Wissenschaftsbuch 2010 in der Sparte „Junior Wissen“ gekürt worden. 2011 erhielt Brunke den Schubart-Literaturförderpreis der Stadt Aalen. Im Herbst hatte sein neues Bühnenprogramm „Der Übergang des Abendlandes“ – zusammen mit Scott Roller – am Theaterhaus Stuttgart Premiere.
www.timobrunke.de

Volker Strübing (Berlin)

Deutschsprachiger Poetry Slam Champion 2005

Der Autor, Regisseur und Liedermacher Volker Strübing wurde 1971 in Thüringen geboren und wuchs in Sachsen-Anhalt und dem Berliner Bezirk Marzahn auf. 1996 gründete Strübing zusammen mit Tube (Tobias Herre), Spider (Andreas Krenzke), Uwe Beneke, Sabine Mylius, Andre Lange, Klaus Schwarz und Gunar Klemm die Berliner Lesebühne „LSD – Liebe statt Drogen“. Von 2000 bis 2008 war er Mitglied der Berliner Lesebühne „Chaussee der Enthusiasten“. Im September 2000 gründete er zusammen mit Dan Richter die Berliner Lesebühne „Kantinenlesen“. Seit 2004 tritt er regelmäßig bei Poetry Slams auf und gewann 2005 die deutschen Meisterschaften. Der Schwerpunkt seiner Arbeit sind kurze, satirische Texte, die in erster Linie für das Vorlesen geschrieben werden.
Seit Mai 2007 gestaltet Volker Strübing die Trickfilmreihe Kloß & Spinne, in der er auch alle Rollen selbst spricht. Er drehte als Regisseur und Autor im Auftrag des ZDF die vierteilige Reisereportage „Nicht der Süden“. Gemeinsam mit Kirsten Fuchs verfasste Strübing bei der Bereisung von den Färöerinseln, Dänemark, Island, Jan Mayen und Spitzbergen ein gleichnamiges Buch, das beim Verlag Voland & Quist erschienen ist. 2009 arbeitete Strübing wieder als Autor und Regisseur an der Reisereportage „Mister & Missis.Sippi“ für 3sat, die anlässlich des 100. Todestages von Mark Twain vom ZDF produziert wurde; er befuhr zusammen mit der ZDF-Moderatorin Patricia Schäfer auf einem Floß den Mississippi von St. Louis nach New Orleans.
www.volkerstruebing.de

Andy Strauß (Münster)

Landesmeister im Poetry Slam NRW 2011, Slammy-Award Schrägster Vogel 2007

Seit Ende 2006 ist Strauß auf Poetry-Slam-Bühnen deutschlandweit unterwegs. Nach seinem Buch „EstablishMensch“ aus dem Jahr 2009 ist im November 2010 sein zweites Buch „Albträumer“ erschienen. Den WDR Poetry Slam gewann er zweimal, zudem zweimal die Show Slammerfilet. Für seinen ersten Kurzfilmslam erstellte er den Kurzfilm „Knabberbagger“. Strauß ist mehrfacher Teilnehmer des German International Poetry Slams (GIPS) und erreichte dort 2007 das Finale. 2008 nahm Strauß in Zürich, 2009 in Düsseldorf und 2010 im Ruhrgebiet an den deutschsprachigen Meisterschaften im Einzel teil. 2008 veranstaltete er als gebürtiger Ostfriese in seiner früheren Heimatstadt Leer erstmals einen Poetry Slam.
Sein Theaterdebüt gab er 2010. Unter der Leitung von Philip Gregor Grüneberg spielte er den Nils im Stück „Context“ von Igor Bauersima im Pumpenhaus Münster und am Theater im Depot Dortmund.
Am 5. Juli 2011 wurde Andy Strauß während einer Leseshow im Dortmunder Signal Iduna Park vom BVB-Maskottchen Emma verprügelt.
www.establishmensch.de

Lucas Fassnacht (Erlangen)

Unser local hero!

„Die ersten zwei Sätze einer Geschichte zu schreiben, ist ein bisschen wie sich frisch zu verlieben. Man ist euphorisiert von dem Gedanken, es könnte besser werden als jemals zuvor, hat aber gleichzeitig zu befürchten, dass es bei diesen zwei Sätzen bleibt.“
Lucas Fassnacht wurde in Dieburg geboren, ist in Aschaffen­burg aufgewachsen. Er studiert in Erlangen klassische Philologie und Germanistik. Vor seinem Studium absolvierte er ein freiwilliges kulturelles Jahr am Pforzheimer Stadttheater. Auf deutschen Slam-Bühnen ist Lucas Fassnacht seit Herbst 2008 unterwegs und hat bisher an über hundert Dichterduellen teilgenommen. Er ist mehrfacher Gewinner des Erlanger Poetry Slams und damit offizieller Lokalmatador des örtlichen Dichterwettstreits.
Seit Sommer 2011 ist er beständig mit seinem Solo-Programm „Ottonormalverbraucht“ auf Tour. Dieses Reimgewitter aus Philosophie, Konsumkritik, Spott und scharfen Gedanken räumt mit den klassischen Vorbehalten gegenüber Poetry Salm ein für alle Mal auf. Das gleichnamige Buch ist seine erste eigene Veröffentlichung.
www.lucasfassnacht.de

Musikalisches Rahmenprogramm:

Jan Koch (Berlin)

Seit seiner Erstbesteigung der Berliner Bühnen 2006 hat sich der notorische Großstadtskeptiker und Bohèmien wider Willen reichlich Beachtung als Liedermacher und Slam Poet im ganzen deutschsprachigen Raum verdient.
Jan Koch ist fürs Kabarett ist zu melancholisch, für die gehobene Lyrik zu verständlich und für Rockmusik zu allein. Mit einer schönen Gitarre, einer echten Stimme und leisem, unaufdringlichem Humor ausgestattet, füllt er die Bühne einfach aus. Hingabe und Bedacht sind der Stoff, aus dem diese Lieder und gerne auch mal Gedichte gemacht sind, und mit Hingabe und Bedacht werden sie auch vorgetragen. Es fehlt nicht an Komik und Ironie, aber sie machen bisweilen Pause. Die Stücke sind allesamt verwegen und verschlagen und siedeln in sicherer Distanz zum Belanglosen. Hier wird erst dann gesungen oder gesprochen, wenn es tatsächlich etwas zu sagen gibt, und die Musik ist in ihrer Vielseitigkeit und in ihrem Ausdruck mehr als nur ein Vehikel für die Texte.
www.jankoch.org

Raphael Kestler & Band (Erlangen)
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=JHHn2RKVmz0[/youtube]

Nach der großartigen Resonanz des Publikums auf den Auftritt beim Erlanger Slam im April 2012 kommen sie mit neuen Liedern zurück auf unsere Bühne.
Raphael Kestlers Musik will nicht progressiv sein. Eher ist sie eine Rückbesinnung auf die Langsamkeit des Lebens. „m. zieht aufs Land“ heißt sein Debütalbum; der Titel hält was er verspricht. Die Atemlosigkeit des Stadtlebens ist von den zehn Songs sehr weit weg. Jedes Lied ist ein Rückzugsort, ein Innehalten und ein kleiner Appell an die Natürlichkeit sowie an das Gefühl statt dem ewigen Rausch. „Wie lange reicht dein Atem? Wir bleiben, halten still“, singt er beispielsweise in dem Lied „Freiheit im ¾ Takt“.  Auch musikalisch hat sich Raphael Kestler für das Gefühl entschieden. Trotzdem finden sich auf dem Album keine kitschüberfrachteten Popballaden. Das wäre auch viel zu groß , viel zu schwer. Die Leichtigkeit dominiert die einzelnen Stücke, mal spielerisch, mal mit Beat, während die begleitende Band, Manuel Zwanzger (Gitarre), Simon Vater (Bassklarinette), Florian Fischer (Percussions) und Claudia Trinczek (Gesang), diesen Charakter der Lieder noch verstärkt.

Weitere Infos:
www.poetenfest-erlangen.de

Eine Veranstaltung des Kulturzentrums E-Werk in Kooperation mit dem Erlanger Poetenfest.

Was ist ein Poetry Slam? – Eine kurze Erklärung für alle Erstzuschauer

Poetry Slam – das ist der Wettkampf der Bühnenpoeten, der weltweit die Bars, Clubs, Spelunken und Kleinkunsttempel füllt. Das Prinzip ist einfach: Jeder, der sich dazu berufen fühlt, Selbstgeschriebenes vor Publikum vorzutragen, darf teilnehmen. Die Zuschauer entscheiden dabei durch Applaus über Sieg und Niederlage. Dabei werden die Texte jedoch nicht einfach nur vorgelesen, sondern mit ganzem Körpereinsatz gerappt, geflüstert, geschrien. Feinsinnige Lyrik, Kabarett, Spoken Word Performances, Improvisationen, Rap-Poesie oder rasante Fun-Prosa – alle Spielarten der Sprach- und Sprechkunst sind erlaubt, wenn Performance-Profis, erfahrene Autoren und die Hobbydichter von nebenan aufeinander treffen.

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