Schlumpf – POETRY SLAM ERLANGEN https://www.e-poetry.de Poet*innen an die Mikrofone! Tue, 05 Jul 2011 21:41:04 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.4 Doppelrückblick auf die Juni-Slams 2011 https://www.e-poetry.de/2011/06/doppelrueckblick-auf-die-juni-slams-2011/ https://www.e-poetry.de/2011/06/doppelrueckblick-auf-die-juni-slams-2011/#comments Sun, 26 Jun 2011 12:51:46 +0000 http://www.e-poetry.de/?p=2864 Zwei Slams in zwei Tagen, das hatte der Juni in Erlangen zu bieten – kurz bevor sich die Kultur eine Weile in ihre Berg-Pause verabschieden musste.

Bereits am 3. Juni gab es eine kleine, eintrittsbefreite Kurzausgabe des EPS unter freiem Himmel anlässlich der Sternen Nacht auf dem Martin-Luther-Platz zu hören, der sich sehen lassen konnte. Lucas Fassnacht (Erlangen), Peter Parkster (Nürnberg), Max Kennel (Bamberg) und Der Tom (Magdeburg) sorgten in zwei Runden für eine abwechslungsreiche Show, bei der trotz zufälliger thematischer Schwerpunktsetzung bei den Themen Gott und Sex auch zu frühabendlicher Stunde kein Blatt – außer manchmal das mit dem Text drauf – vor den Mund genommen wurde.

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Zwei Slams in zwei Tagen, das hatte der Juni in Erlangen zu bieten – kurz bevor sich die Kultur eine Weile in ihre Berg-Pause verabschieden musste.

Bereits am 3. Juni gab es eine kleine, eintrittsbefreite Kurzausgabe des EPS unter freiem Himmel anlässlich der Sternen Nacht auf dem Martin-Luther-Platz zu hören, der sich sehen lassen konnte. Lucas Fassnacht (Erlangen), Peter Parkster (Nürnberg), Max Kennel (Bamberg) und Der Tom (Magdeburg) sorgten in zwei Runden für eine abwechslungsreiche Show, bei der trotz zufälliger thematischer Schwerpunktsetzung bei den Themen Gott und Sex auch zu frühabendlicher Stunde kein Blatt – außer manchmal das mit dem Text drauf – vor den Mund genommen wurde.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Wahl-Erlangerin Paula Linke, mit sanften und bezaubernden Songs von frühsommerlicher Leichtigkeit, die für einen guten Kontrast zum Wettkampf sorgten. Den schließlich entschied Max Kennel für sich, und übrigens war das schon sein zweiter Sieg in diesem Jahr.

Nur zwei Tage später fand der letzte reguläre Erlanger Slam vor der Sommerpause statt – wobei sich der Sommer an diesem Tag schon einmal von seiner unangenehmen Seite zeigte angesichts der drückenden Schwüle, die am 5. Juni herrschte. So erlebten wir einen feinen, sehr poetischen Abend, der schon vor Beginn schweißtreibend war.

Die Siegerin des Juni-Slams kommt aus Marburg (wo dereinst die Gebrüder Grimm studierten) und heißt Theresa Hahl. Als Origami-Falterin an den Schnittstellen der Wahrheit überzeugte sie mit ihrem unverwechselbaren Vortragsstil und eigenwilligen lyrischen Perspektiven auf Ruhepole in Zeiten im Schnelldurchlauf.

Frank Klötgen, der mit ihr im Finale stand, verlor sich ganz in einer wortgewaltigen, aber sehr getragenen und philosophischen verbalen Kamerafahrt in den Mikrokosmos einer grünen Wiese – ganz im Gegensatz zu Runde 1, wo der Essener (der übrigens auch Frontmann der Band Marilyn’s Army ist) mit einem sprachlichen Wunschbrunnen hadernd einen virtuos geschriebenen und performten Hochgeschwindigkeitstext zum Besten gab, an den wir hier noch lange erinnern werden

In einer selten so knapp gewesenen und daher auch sehr streitbaren Mehrfachabstimmung am Ende von Runde 1 hatte Klötgen sich gegen den Heidelberger Tobias Gralke durchgesetzt, der mit seinem ruhig vorgetragenen Hochlied auf die Poesie stellenweise für echte Gänsehautmomente sorgte.

Ähnlich eng war es für Katja Hofmann aus Halle, die mit der charmantesten Hasstirade seit langem und einem sofort nachgelegten romantischen Text für ausgeglichenes Bühnenkarma sorgte.

Ebenfalls knapp ausgeschieden war Wolf Hogekamp, einer der absoluten Gründungsväter des Poetry Slams in Deutschland, der für ordentlich Berliner Luft auf der Bühne sorgte, als er seine Heimatstadt und den originären Kommunikationsstil ihrer Bewohner zu mehreren, variantenreichen Texten verdichtete („Janz Berlin ist eine Wolke“).

Und auch darüber hinaus war dieser schöne Abend einer, den ich an eurer Stelle nicht verpasst haben möchte! Da wäre beispielsweise die Piratenballade von Sage Dragon aus Forchheim zu nennen, der das Publikum die akkustischen Effekte zu seiner Schauermär generieren ließ (wobei vor allem der sich auf einzigartige Weise verselbstständigende Meereswind unvergesslich bleiben wird). Axel Horndasch aus Erlangen ließ die Zuschauer Monate und Jahreszahlen auswählen, zu denen er jeweils das dazugehörige Gedicht seiner aktuell jubilierenden Homepage www.gedicht-des-monats.de vortrug. Leonie Mühlen aus Landsberg stellte die lebensverlängernden Maßnahmen längst herztoter Freundschaften in Frage. Schlumpf aus Erlangen, der unfallgeschädigt auf Krücken die Bühne entern musste, zelebrierte Rückblick, Tragik und Traurigkeit ohne jedes Zugeständnis an die allgegenwärtige Unterhaltungsorientierung. Der Heidelberger Philipp Herold überführte eine waschechte Liebeserklärung in die Termini der Fußballberichterstattung – mehr als nur eine plumpe Referenz an die Frauen-WM!

Last but ganz sicher not least sei noch dem Stuttgarter Tino Bomelino ein Dank und ein „Chapeau!“ gesprochen, der uns ein erfrischend unkonventionelles Rahmenprogramm irgendwo zwischen intelligenter Comedy, musikalischer Hingabe und experimenteller Verspieltheit (ich will auch so einen Looper!) servierte – nebst eines längst überfälligen Experiments zur Eruierung des Zusammenwirkens der humoristischen Reaktion auf einen Witz und dem Zusammengehörigkeitsgefühl des Publikums.

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Ankündigung Poetry Slam am 5. Juni 2011 https://www.e-poetry.de/2011/05/ankuendigung-poetry-slam-am-5-juni-2011/ https://www.e-poetry.de/2011/05/ankuendigung-poetry-slam-am-5-juni-2011/#respond Wed, 25 May 2011 15:02:35 +0000 http://www.e-poetry.de/?p=2849 Sonntag, 05.06.2011
E-Werk, Erlangen
(Clubbühne)
Einlass 19:30 Uhr
Beginn 20:30 Uhr
Eintritt 6€

ACHTUNG: Letzte Show vor der Sommerpause!

Legenden, Performance-Profis, hochtalentierte Jungpoeten und Shooting-Stars der deutschsprachigen Slamszene – man könnte die für den 5.6. angekündigten Künstler in viele Kategorien einteilen, aber machen wir es kurz: es wird großartig! Freut euch auf einen knisternden Wettkampf der Bühnendichter, die es bei unserer offziellen Saisonabschluss-Show noch einmal wissen wollen, und ein Rahmenprogramm der kuriosen Art.

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Sonntag, 05.06.2011
E-Werk, Erlangen
(Clubbühne)
Einlass 19:30 Uhr
Beginn 20:30 Uhr
Eintritt 6€

ACHTUNG: Letzte Show vor der Sommerpause!

Legenden, Performance-Profis, hochtalentierte Jungpoeten und Shooting-Stars der deutschsprachigen Slamszene – man könnte die für den 5.6. angekündigten Künstler in viele Kategorien einteilen, aber machen wir es kurz: es wird großartig! Freut euch auf einen knisternden Wettkampf der Bühnendichter, die es bei unserer offziellen Saisonabschluss-Show noch einmal wissen wollen, und ein Rahmenprogramm der kuriosen Art.

Wolf Hogekamp (Berlin)
Frank Klötgen (Essen)
Theresa Hahl (Marburg)
Philipp Herold (Heidelberg)
Axel Horndasch (Erlangen)
Katja Hofmann (Halle)
Marvin Suckut (Konstanz)
Sage Dragon (Forchheim)
Tobias Gralke (Heidelberg)
Schlumpf (Erlangen)

Special Guest:
Tino Bomelino (Stuttgart)

Letztes Jahr hatten wir das äußerst spezielle, weil erfrischend experimentelle und vollkommen verspielte Duo „The Funky Schnitzel und the Frankfurter Würstchen“ zu Gast und sind seitdem immer wieder gefragt worden, ob die beiden noch einmal wieder kommen. Das geht zwar nicht, weil es TFSuTFW in dieser Form nicht mehr gibt, aber am 5.6. könnt ihr dafür die weiterentwickelte Nachfolgeversion „Tino Bomelino“ erleben. Die Liebe zur Musik, sehr unorthodoxe Instrumente und ein völlig abgefahrener Humor ergeben dabei eine Mischung, die ihr so mit Sicherheit noch kein zweites Mal gesehen habt…
Ist es eine Pop-Performance? Ist es Comedy? Ist es Hip Hop? Ist es avantgardistische Klangkunst? Ist es ein Flugzeug?
Nein… es ist Tino Bomelino!

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Saisonabschluss Poetry Slam am 6. Juni 2010 https://www.e-poetry.de/2010/05/ankuendigung-poetry-slam-am-6-juni-2010/ https://www.e-poetry.de/2010/05/ankuendigung-poetry-slam-am-6-juni-2010/#comments Thu, 27 May 2010 19:54:45 +0000 http://www.e-poetry.de/?p=1905

Sonntag, 06.06.2010
E-Werk, Erlangen (Saal)
Einlass 19:30 Uhr
Beginn 20:30 Uhr
Eintritt 6€

ACHTUNG: Letzter Poetry Slam vor der WM- und Sommerpause!

Noch einmal findet der Slam im großen Saal des E-Werks statt. Vor der Show laden Kellerbühne und Außenbereich des E-Werks zum entspannten Verweilen, bis es um 20:30 Uhr wieder heißt: 8 Minuten Zeit für die Bühnenpoeten, um das Publikum zu begeistern!

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Sonntag, 06.06.2010
E-Werk, Erlangen (Saal)
Einlass 19:30 Uhr
Beginn 20:30 Uhr
Eintritt 6€

ACHTUNG: Letzter Poetry Slam vor der WM- und Sommerpause!

Noch einmal findet der Slam im großen Saal des E-Werks statt. Vor der Show laden Kellerbühne und Außenbereich des E-Werks zum entspannten Verweilen, bis es um 20:30 Uhr wieder heißt: 8 Minuten Zeit für die Bühnenpoeten, um das Publikum zu begeistern!

Andy Strauß (Münster)

Wahnwitzige Wortakrobaten und rasende Silbenverdreher treffen auf nachdenkliche Verseschmiede und dichtende Philosophen, junge Talente hinterlassen bleibenden Eindruck, Kabarett kommt im literarischen Gewand daher und Lehrer zeigen ihr wahres Gesicht 😉 Aber wie immer wissen weder wir, noch ihr, noch die Teilnehmer des Wettkampfs, was schlussendlich am 6.6. so alles auf der Bühne passieren wird. Und für diese positive Unberechenbarkeit lieben wir unseren Poetry Slam!

Pierre Jarawan (Kirchheim)

Unsere letzte Show vor der Sommerpause wird von einer Reihe faszinierender Künstler mit Leben erfüllt werden. Da wir aber nach den eher üppingen Ankündigungen der Vergangenheit bereits häufiger von diversen Gastpoeten gebeten worden waren, im voraus möglichst wenig zu Person und Werk zu verraten, möchten wir uns von nun an bei den Ankündigungen eher bedeckt halten und die Künstler auf der Bühne für sich selbst sprechen lassen (mehr Informationen zu den Teilnehmern könnt ihr dann später dem Slam-Rückblick auf dieser Seite entnehmen). Nur soviel: macht euch auf was gefasst!

Moritz Kienemann (München)

Mal sehen, wer noch kurz vor Slambeginn über die offene Liste zum Teilnehmerfeld hinzustoßen wird. Bisher erwarten wir…

Keno Heyenga (Tübingen)
Moritz Kienemann (München)
Andy Strauß (Münster)
Pierre Jarawan (Kirchheim)
Alexander Ratschinskij (Augsburg)
Team Claro Claro Babylon (Erlangen)
Mr. Davos (Erlangen)
Peter Parkster (Nürnberg)
Leevi (Erlangen)
Loony Lorna (Schwandorf)
Schlumpf (Erlangen)

Keno Heyenga (Tübingen)

Auf unser musikalisches Rahmenprogramm freuen wir uns diesmal ganz besonders. Nachdem wir bereits beim letzten Mal vor dem Talent der beiden noch sehr jungen Künstler Raphael Kestler und Jakob Hüppauff den Hut ziehen mussten, beehrt uns diesmal ein absoluter musikalischer Geheimtipp. Die beiden ursprünglich aus Leipzig stammenden Brüder Richard und Julius Füg, beide ebenfalls noch relativ jung, bilden zusammen die groovige Band Synthiesiblings, die uns bereits durch das Zusenden eines einzigen Videomitschnitts eines Live-Auftritts in Begeisterung und Vorfreude versetzten. Seid gespannt und mit dabei, wenn sie am 6.6. die Bühne des E-Werks erklimmen werden.

Synthiesiblings (Erlangen/Eichstätt)

So beschreibt  die Band sich selbst:
Wenn Katzen Gitarre spielen könnten, so würden sie wahrscheinlich Lieder darüber schreiben, wie langweilig es ist die Nachmittage vor dem Fernseher zu verdösen oder sich über den Nudelsalat ihrer menschlichen Mitbewohner herzumachen. Da sie dies leider nicht können, hat sich das Antifolk Duo „Synthiesiblings“ dieser Aufgabe angenommen: Musik die trotzdem nach Pfote klingt (vor allem nach den Ballen aus diesem merkwürdigem Material…).

Wir freuen uns auf einen denkwürdigen Saisonabschluss, für den wir außerdem eine dicke Überraschung vorbereitet haben – die wird allerdings erst während der Show selbst offenbart.

Also bis Sonntag, liebe Freunde der modernen Dichterschlacht!

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Rückblick auf den Slam am 21. Juni 09 https://www.e-poetry.de/2009/06/ruckblick-auf-den-slam-am-21-juni/ https://www.e-poetry.de/2009/06/ruckblick-auf-den-slam-am-21-juni/#respond Tue, 30 Jun 2009 14:50:34 +0000 http://www.e-poetry.de/?p=675 Der Fotokünstler Crosa hat den Abend in Bildern festgehalten Vielen Dank für die tollen Portraits, die wie immer die Wirklichkeit auf eine faszinierende Weise zu übertreffen scheinen. Oder eben in konzentrierter Form wieder geben.

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Der Fotokünstler Crosa hat den Abend in Bildern festgehalten Vielen Dank für die tollen Portraits, die wie immer die Wirklichkeit auf eine faszinierende Weise zu übertreffen scheinen. Oder eben in konzentrierter Form wieder geben.

http://www.flickr.com/photos/facing-my-life/sets/72157620157980411/show/
und http://www.facing-my-life.de/2009/06/23/erlangen-noch-einmal-vor-der-sommerpause/

Auch wir möchten noch einige Bilder beisteuern, die den Abend aus anderen Perspektiven zeigen: Publikum, farbenfrohes Bühnenchaos und Backstage. Hier der Link zu unserem seit Crosas Erscheinen etwas eingestaubten Flickr-Account.

http://www.flickr.com/photos/76412555@N00/sets/72157620528769272/show/

Einen energiesprühenden Auftritt legten zu Beginn die Koffer-Rocker (Eigendefinition der Band) von Melanchtonay hin und begeisterten aus dem Stand heraus mit ausgelassen performten und temporeichen Songs aus eigener Herstellung. Mehr Infos und Auftrittstermine unter www.myspace.com/melanchtonay

Den Wettbewerb eröffneten die beiden Bühnendebütantinnen Julia und Jessi, die sich einander bei ihren kurzen, aber sehr lyrischen Textvorträgen zur Seite standen – Julia bedichtete die „Hülle aus Geist“, Jessis „Stummer Schrei der Stille“ folgte auf dem Fuße. Danach teilte Martin Geier eine orgiastische , jury-zerfleischende Slammerphantasie mit uns, im zweiten Text ein erotisch-verruchtes Blutplasmaspende-Abenteuer. Katharina Spengler nahm die Bahn(-Reisenden) prosaisch aufs Korn, um sich schließlich mit einem weiteren Text zu unserem Betrüben vorerst wegen Umzug nach Passau aus Erlangen zu verabschieden, weshalb sie an jener Stelle eine wortgewaltige und inbrünstig anmutende Hasserklärung an ihren neuen Wohnort abgab. Katharina, komm bald wieder!! Im Anschluss beschäftigte sich Andy Strauß auf die ihm eigene, unverwechselbare Art mit seiner neuen Küchenuhr, häuslicher Gewalt, Notmord und zufälliger Liebe. Arlinda Brühl alias Libelle gab freimütig zu, auf Comedy zu pfeifen und lieber Gefahr zu laufen, sich mit feinstimmiger Lyrik lächerlich zu machen, was jedoch nicht passierte, denn das Publikum wusste ihre sehr persönlichen Texte zur illusionären Tatsächlichkeit der Liebe und der Entmenschlichung an Landesgrenzen durchaus zu schätzen. Der Sieg in Runde Eins ging jedoch glasklar an den gebürtigen Ostfriesen Andy Strauß.
Runde Zwei wurde durch den abwesenden Markus Lukas „eröffnet“, so dass plötzlich schon Schlumpf auf die Bühne gerufen wurde, in dessen Text ihm seine eigenen Worte noch unzureichend erschienen, um zu beschreiben, wie er die Welt aus den Augen eines geliebten Wesens sehen würde. Greta Schlereth ließ einen wilden Mädels-Partyabend in alkoholischer Hochgeschwindigkeit ablaufen, der trotz sensationellem Pegel ernüchternd zu Ende ging. Die Geschichte von Hanz, dem nächsten Slammer, illustrierte ebenfalls einen zügellosen Discoausflug, diesmal eine Singleparty, anlässlich der sich der literarische Protagonist das Ziel gesetzt hatte, von möglichst vielen Frauen einen Korb zu kassieren, wodurch er schließlich von einer „Venusfalle“ gefressen wurde. Harry Kienzler setzte ein dramatisches Studenten-WG-Erlebnis theatralisch in Szene: Von den Ausdünstungen des übervollen Biomülls halluzinierend schuf er ein Kompostmonster und schickte es seinem bei Satan in Sold stehenden und zum Werwolf mutierten Mitbewohner auf den haarigen Hals. Turnkey Facility beendete schließlich die zweite Runde mit einem (und seinem ersten) ernsten Text gegen das Unmenschliche in all seinen Ausprägungen. Als Applausstärkster von Runde Zwo zog Hanz ins Finale ein.

Im Finale steigerte sich Andy Strauß ins Dasein eines Gangster Rappers hinein und Hanz öffnete seinen von lebenden Lebensmitteln in angestrengtem Sozialgefüge bewohnten Kühlschrank. Das Publikum befahl den sofortigen Doppelsieg. Glückwünsche an die beiden Gewinner Hanz und Andy Strauß!

http://www.myspace.com/poetryhanz

www.establishmensch.de

Einen melodischen Ausklang bescherten uns zum Abschied in die Sommerpause noch einmal Melanchtonay – trommelnd, djembend, rockend und singend. Danke auch für euren Song „Der beste Slam meiner Stadt“! Mit Sicherheit werden etliche Zuschauer euch bei eurem nächsten Auftritt in der Gegend einen Besuch abstatten. Und beim Erlanger Slam könnt ihr gern mal wieder spielen!

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Letzter regulärer Slam vor der Sommerpause: 21. Juni 2009 https://www.e-poetry.de/2009/06/letzter-regularer-slam-vor-der-sommerpause-21-juni-2009/ https://www.e-poetry.de/2009/06/letzter-regularer-slam-vor-der-sommerpause-21-juni-2009/#respond Fri, 05 Jun 2009 14:52:17 +0000 http://www.e-poetry.de/?p=678 Letzter regulärer Poetry Slam vor der Sommerpause:
Sonntag, 21. Juni 2009
E-Werk, Erlangen
Beginn 20:30 Uhr (Einlass 20 Uhr)
Eintritt 5 Euro (Poeten frei)

Wer mit seinen selbstgeschriebenen Texten im Wettbewerb mitmischen will, meldet sich vor der Show am Einlass oder schickt eine Email an
slamanmeldung[ätt]web[punkt]de

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Letzter regulärer Poetry Slam vor der Sommerpause:
Sonntag, 21. Juni 2009
E-Werk, Erlangen
Beginn 20:30 Uhr (Einlass 20 Uhr)
Eintritt 5 Euro (Poeten frei)

Wer mit seinen selbstgeschriebenen Texten im Wettbewerb mitmischen will, meldet sich vor der Show am Einlass oder schickt eine Email an
slamanmeldung[ätt]web[punkt]de

Bisher angemeldet:

Andy Strauß (Münster)
Harry Kienzler (Tübingen)
Arlinda Brühl alias Libelle (Trier)
Hanz (Ludwigsburg)
Markus Lukas (Erlangen)
Greta Schlereth (Bad Kissingen)
Schlumpf (Erlangen)
Katharina Spengler (Erlangen)
Martin Geier (Nürnberg)
Turnkey Facility (Erlangen)

Das musikalische Rahmenprogramm bastelt uns diesmal die Erlanger Band Melanchtonay, die uns mit ihren Gitarren und Bongos den Sommer in die Kellerbühne holen wird.

„…immer wieder neu… Mit diesem selbst gesteckten Ziel im Gepäck machten sich Melanchtonay im Frühjahr 2001 auf eine gemeinsame Reise. Seither steht der Name Melanchtonay vor allem für ausgefeilte deutsche Texte: frisch – sommerlich – melancholisch – urban – aber stets ehrlich und gehaltvoll… Musikalisch bewegen sich die vier Freunde mit eingängigen Melodien zwischen Rock und tanzbarem Indie-Pop. Komplettiert wird diese Mischung von treibenden Djembé-Einlagen und melodischen Gitarren-Soli. Sie selbst bezeichnen diese Mischung als KofferRock.“
(loft11)

Seid da oder seid quadratisch, wir freuen uns auf euch!

Plakat-Juni09

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Rückblick auf die Show am 17. Mai 2009 https://www.e-poetry.de/2009/05/ruckblick-auf-die-show-am-17-mai-2009/ https://www.e-poetry.de/2009/05/ruckblick-auf-die-show-am-17-mai-2009/#respond Thu, 21 May 2009 14:53:52 +0000 http://www.e-poetry.de/?p=680 Tolle Fotos des Abends, geschossen von Crosa:
http://www.flickr.com/photos/facing-my-life/sets/72157618455461142/show/
und http://www.facing-my-life.de/2009/05/20/erlangenslam-2/

Den Wettbewerb ergänzte dieses Mal unser musikalischer Spezialgast Nikita Gorbunov, der sich selbst und seine Lieder wieder einmal alles andere als ernst nahm und bei seinem zweiten Set sogar im Schlafanzug (!) auf die Bühne kam – warum, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Dies alles änderte jedoch auch nichts daran, dass seine intelligenten, poetischen Texte, getragen von angenehmem Gesang und eingängigen Gitarrenmelodien, so manches Mal für Gänsehaut sorgten. Dass er dabei immer wieder von sehr persönlichen und tief melancholischen Reflexionen unvermittelt ins überzeichnet Alberne hinüber und wieder zurück sprang, ist wohl der ganz typische Gorbunov-Stil: Eben erklärt er seiner kleinen Tochter noch auf rührende Weise, dass er ihr nichts bieten könne, außer diesem kleinen Refrain, im nächsten Atemzug bzw. Song sprengt er das gezwungene Ambiente eines allsonntaglichen Mittagessens bei den spießig bornierten Schwiegereltern, indem er überraschend und mit großer Geste sein Gemächt auf den Tisch legt.

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Tolle Fotos des Abends, geschossen von Crosa:
http://www.flickr.com/photos/facing-my-life/sets/72157618455461142/show/
und http://www.facing-my-life.de/2009/05/20/erlangenslam-2/

Den Wettbewerb ergänzte dieses Mal unser musikalischer Spezialgast Nikita Gorbunov, der sich selbst und seine Lieder wieder einmal alles andere als ernst nahm und bei seinem zweiten Set sogar im Schlafanzug (!) auf die Bühne kam – warum, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Dies alles änderte jedoch auch nichts daran, dass seine intelligenten, poetischen Texte, getragen von angenehmem Gesang und eingängigen Gitarrenmelodien, so manches Mal für Gänsehaut sorgten. Dass er dabei immer wieder von sehr persönlichen und tief melancholischen Reflexionen unvermittelt ins überzeichnet Alberne hinüber und wieder zurück sprang, ist wohl der ganz typische Gorbunov-Stil: Eben erklärt er seiner kleinen Tochter noch auf rührende Weise, dass er ihr nichts bieten könne, außer diesem kleinen Refrain, im nächsten Atemzug bzw. Song sprengt er das gezwungene Ambiente eines allsonntaglichen Mittagessens bei den spießig bornierten Schwiegereltern, indem er überraschend und mit großer Geste sein Gemächt auf den Tisch legt.

Der Wettbewerb selbst war diesmal qualitativ so hochwertig, dass die Zuschauer es nicht leicht hatten, eine Entscheidung zu fällen.
Schlumpf kam direkt aus dem Lostopf als erster auf die Bühne und eröffnete den Slam mit einem so emotionalen wie expressiven Brief bzw. Monolog über einen schmerzlichen Abschied. Robert verglich an Startnummer Zwo die Gesellschaft mit einer Ansammlung von Burgherren und blieb bis ins Innere eines jeden Menschen bei dieser Analogie. Als nächstes verblüffte Veit mit einer testosterontriefenden Hommage an den Siegert’schen Kettensägentestertext und malte zur großen Freude des Publikums in kräftigen Farben (und Gerüchen) seine Zeit als Holzfäller in Québec an die innere Leinwand. Axel Horndasch sorgte für durchschlagende Erheiterung bis hin zu Zwerchfellüberschnappern, indem er die Inhaltsangabe eines fiktiven Tatorts unter fränkischer Leitung als echte Räuberpistole zum Besten gab. Lucas Fassnacht stand in seiner philosophisch-poetischen Selbstreflexion als Narr am Bug des Narrenschiffs und ließ sich die Wahrheit in Spott aufwiegen. Nadja Schlüter beschloss und gewann gleichzeitig die erste Runde mit dem Vortrag eines in haarsträubender Weise ehrlichen Bewerbungsschreibens – eine klare und durchschlagende Kritik am formelhaften und glattgebügelten Duktus der Personalkommunikation.
Runde Zwei wurde von dem der Loskiste entsprungenen Turnkey Facility zunächst für eine Symphonie der Selbstironie genutzt: wie ein Masch.-Bauer sich dem weiblichen Geschlecht „nähert“. Anschließend entwarf Oliver Teumer (Entschuldigung für den falsch geschriebenen Namen an der Tafel!) ein alptraumhaftes globales Zukunftsszenarion, betrachtet durch die Linse einer abgestumpften Berichterstattung durch die Tagesschau. Dorian Steinhoff lieferte eine hervorstechende Performance-Leistung ab, als er sich in tragisch Erlebtes hinein steigerte: ein Pornofilm sollte seine eingeschlafene Beziehung wieder auf sexuelle Touren bringen, erwies sich aber als finaler Scharfrichter jeglicher Lust. Die Zuschauer bekamen daraufhin Lust, ihn ins Finale zu schicken. Katharina Spengler spürte der leidenschaftlichen Liebe auf poetischeren, stilleren Pfaden nach und gab noch einige gereimte Strophen über die Anziehungskraft Luzifers hintendrein. Clara Nielsen bzw. ihr literarisches alter ego hielt Rückschau auf die ersten romantischen Gefühlsanwandlungen, bspw. gegenüber dem netten Armin Maiwald aus der „Sendung mit der Maus“ und diversen Harry Potters. Auch sie erreichte als mit Dorian auf gleicher Applaushöhe stehende Siegerin von Runde Zwei das Finale.

Das Dreierfinale schließlich ließ noch mal Dampf in die Hütte: Nadja, Dorian und Clara packten ihre starken Texte aus. Schlussendlich konnten die Applauslautstärken der drei Finalisten nicht mehr voneinander unterschieden werden, und da Jan als Conférencier weder dem nicht existierenden Slamkönig, noch irgendeiner übergeordneten Behörde, sondern einzig und allein dem Publikum Rechenschaft schuldig ist, wurde das Zuschauer- Votum in den legitimen Dreifachsieg überführt.

Herzlichen Glückwunsch – Clara Nielsen, Nadja Schlüter und Dorian Steinhoff – zum ersten Platz!

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Frankenslam 1. Juni 2008 https://www.e-poetry.de/2008/06/frankenslam-1-juni-2008/ https://www.e-poetry.de/2008/06/frankenslam-1-juni-2008/#respond Mon, 02 Jun 2008 02:48:42 +0000 http://www.e-poetry.de/?p=960 Logo Frankenslam 2008Im Juni 2008 hatten wir die Ehre, den Frankenslam 2008 zu beherrbergen.

Angetreten sind für die jeweiligen Städte:

Marta D. Bednarczyk (Nürnberg), Schlumpf (Weißenburg), Clara Nielsen (Bamberg), Benjamin Reichstein (Bayreuth), Mimi Meister (Ansbach), Martin Geier (Fürth), Bybercap You Know (Erlangen), tExtremisten (Forchheim), Christian Ritter (Würzburg)

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Logo Frankenslam 2008Im Juni 2008 hatten wir die Ehre, den Frankenslam 2008 zu beherrbergen.

Angetreten sind für die jeweiligen Städte:

Marta D. Bednarczyk (Nürnberg), Schlumpf (Weißenburg), Clara Nielsen (Bamberg), Benjamin Reichstein (Bayreuth), Mimi Meister (Ansbach), Martin Geier (Fürth), Bybercap You Know (Erlangen), tExtremisten (Forchheim), Christian Ritter (Würzburg)

Frankenmeisterin 2008: Mimi Meister

Rahmenprogramm: Thomas Putze, Magnus Großmann, Johanna Zeul

Frankenslam2008

Reviews:
Lars.Blog.de

Sebbis Blog
Mimi Meister

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Poetry Slam am 18. November 2007 https://www.e-poetry.de/2007/11/poetry-slam-am-18-november-2007/ https://www.e-poetry.de/2007/11/poetry-slam-am-18-november-2007/#respond Tue, 13 Nov 2007 03:33:35 +0000 http://www.e-poetry.de/?p=977 Teilnehmerliste:
Paul S. Wolff, Elfi Klinik, Udo Tiffert, Axel Horndasch, Felix Brenner, Carina Birzer, Nils Rusche, Schlumpf, Bybercap, Sookee

Gewinnerin; Sookee
Special Guest: Nikita Gorbunov

Alle_Poeten_November07

Plakat-November07

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Teilnehmerliste:
Paul S. Wolff, Elfi Klinik, Udo Tiffert, Axel Horndasch, Felix Brenner, Carina Birzer, Nils Rusche, Schlumpf, Bybercap, Sookee

Gewinnerin; Sookee
Special Guest: Nikita Gorbunov

Alle_Poeten_November07

Plakat-November07

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Poetry Slam am 23. September 2007 https://www.e-poetry.de/2007/09/poetry-slam-am-23-september-2007/ https://www.e-poetry.de/2007/09/poetry-slam-am-23-september-2007/#respond Thu, 13 Sep 2007 01:55:57 +0000 http://www.e-poetry.de/?p=935 Teilnehmerliste:
Christoph Bigge, Axel Horndasch, Nicole Paskow, Die Gebrüder & der Grimm, Der Wutz, Justus, Heiner Lange, Paula Posaune, Tobias Kunze, Schlumpf

Klassischer Doppelsieg: Heiner Lange und Tobias Kunze

Special Guest: Juniq

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Teilnehmerliste:
Christoph Bigge, Axel Horndasch, Nicole Paskow, Die Gebrüder & der Grimm, Der Wutz, Justus, Heiner Lange, Paula Posaune, Tobias Kunze, Schlumpf

Klassischer Doppelsieg: Heiner Lange und Tobias Kunze

Special Guest: Juniq

Review auf Heiner Langes Blog

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Rückblick auf den letzten Slam vor der Sommerpause am 17. Juni 2007 https://www.e-poetry.de/2007/06/rruckblick-auf-den-letzten-slam-vor-der-sommerpause-am-17-juni-2007/ https://www.e-poetry.de/2007/06/rruckblick-auf-den-letzten-slam-vor-der-sommerpause-am-17-juni-2007/#respond Mon, 25 Jun 2007 20:45:01 +0000 http://www.e-poetry.de/?p=834 Wichtiger Hinweis:
Ein Best-Of dieses Abends könnt ihr euch am Mittwoch, den 4. Juli 2007, um 20 Uhr anhören, in der Radiosendung „Wort ab“ auf Radio Z, im Raum Nürnberg zu empfangen unter Frequenz 95,8. Natürlich geht’s auch ganz einfach (und weltweit) über Internet-Livestream, einfach dem Radio-Z-Link links folgen. Wie immer charmant moderiert von Manuel Siegert.

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Wichtiger Hinweis:
Ein Best-Of dieses Abends könnt ihr euch am Mittwoch, den 4. Juli 2007, um 20 Uhr anhören, in der Radiosendung „Wort ab“ auf Radio Z, im Raum Nürnberg zu empfangen unter Frequenz 95,8. Natürlich geht’s auch ganz einfach (und weltweit) über Internet-Livestream, einfach dem Radio-Z-Link links folgen. Wie immer charmant moderiert von Manuel Siegert.

Zum Juni-Slam:
Anfangs noch etwas beunruhigt ob des hochsommerlichen Wetters mit strahlendem Sonnenschein bei wolkenlosem Himmel, registrierten wir bereits eine Stunde vor Beginn hocherfreut, dass der Laden schon voll war. Logischerweise ist es dann richtig eng gewesen, als es los ging. Den zweiten Monat in Folge erschien also das Publikum trotz Sonne und Hitze „vollzählig“ – vielen Dank, das stellt wirklich ein großes Kompliment für uns dar!
Nicht weniger eng war es bei Veranstaltungsende auf der Bühne, als alle Poetinnen und Poeten des Abends noch einmal auf die selbige kamen. 14 Teilnehmer fanden sich auf unserer Liste, wovon 2 allerdings Auftritts-Duos waren. Machte zusammen 16 Slammer on stage, plus eine junge Frau namens Steffi, die außerhalb des Wettbewerbs spontan ein begeistert aufgenommenes Statement zur Lage der Nation verlas. Nach Adam Riese sah man also fast 10 Prozent aller Menschen im Raum auf der Bühne vortragen – Respekt!
Der quantitative Aspekt wurde jedoch vom qualitativen eindeutig überstrahlt. Selbst wir vom ORGA-Team, die wir ja mittlerweile 54 Slams gezeitigt haben, waren von den poetischen Leistungen dieser Show verblüfft und entzückt, dieser Abend hatte alles, auch von Seiten der Wettbewerbsteilnehmer kam unisono ein Echo positiven Erstaunens, denn jeder einzelne Vortrag war klasse, Totalausfälle oder Verteter der Kategorie „ferner liefen“ suchte man vergeblich. Von abgründiger Tragik über augenzwinkernde Alltagsansichten und politische Bestandsaufnahmen bis hin zu geistreichen humoristischen Exkursionen war wieder alles dabei.
Den schwierigen Anfang gekonnt machte der textlich stets außergewöhnliche Tommy Jakob (Erlangen), der mit seiner angenehmen Erzählstimme die Zuhörer hineinführte in Psyche und Motive eines pflastersteinbewehrten G8-Gipfel-Störers, Marta D. Bednarczyk (Nürnberg) folgte mit komödiantischer Prosa, die sich um den mühevoll versuchten Ausgleich des himmlichen Soll/Haben-Kontos durch gute Taten drehte, und ritt damit harte Attacken auf die Zwerchfelle speziell der Zuschauerinnen auf der linken Seite (von der Bühne aus gesehen), wir hoffen, niemand hat sich dabei ernstlich verletzt, auch wenn es so klang. Vivien (Erlangen) hingegen schlug in die romantische Kerbe und bezeugte mit blumigen Worten und sexy Stimme die beträchtliche Tragweite ihrer Gefühle in der „2. Liebeserklärung“ ihres Lebens. Commandante Grimm (Stuttgart) donnerte uns ein sprach- und sprechgewaltiges Manuskript mit der in die Gegenwart verpflanzten griechischen Tragödie von Herakles und Tusnelda zum Inhalt direkt aus seinem Notizbuch vor den Latz, wie immer zogen vor allem die am Wettbewerb teilnehmenden Poeten den Hut vor seinen Fähigkeiten. Als Überraschung des Abends erwies sich die Bühnendebütantin Ines Schmidts (Erlangen), die uns derart lässig zwei Betrachtungen der Themen Glückseligkeit/Religion und Freaks/Quoten servierte, dass sie damit prompt und völlig zu Recht ins Finale sympathisiert wurde. Hoffentlich sehen wir Dich noch öfter, Ines! Perfekt einstudiert und aufgeführt präsentierten hernach Pauline Füg (Eichstätt) und Tobias Heyel (Dresden) als erstes Duo des Abends einen virtuosen Sprechakt inklusive szenischer Einlage; das Grauen hinter dem grauen Alltag und die dem gegenüber einflusslose Position der schreibenden Zunft wurden hier genauen Blicks aufs Korn genommen. Der Finaleinzug war vorprogrammiert. Schlumpf (Nürnberg) drehte die Stimmung anschließend auf buchstäblich todernst, mit viel Pathos machte er schwerwiegende seelische Wunden beinahe körperlich spürbar und erzählte eine Geschichte von Verzweiflung, Gewalt und Tod. Väterchen Frost (Erlangen) nahm uns dafür mit auf ein heiteres Story-Zapping-Abenteurer, bei dem er sich fingerschnippend durch verschiedene Erzählstränge bewegte. Elfi Klinik (Erlangen) hangelte sich ruhig und fließend durch mannigfaltige Vergleiche zum Zwecke gravierender Liebesbezeugung und ließ es in tragischen Anklängen ausklingen. Christof Knüsel (Stuttgart) strapazierte daraufhin unsere Lachmuskeln beinahe über mit einer bombastisch lustigen Zukunftsvision, in welcher es zu jeder Sekunde stets fünf vor zwölf war. „Was haben wir gelacht!“ Finale, logisch. Als krassen Kontrast fuhr das Team Schreibstoff, bestehend aus Felix Brenner (Bamberg) und Nils Rusche (Bamberg), einen rhythmisch ausgefeilten Fingerzeig auf das harte Thema „Sexueller Missbrauch von Kindern“ auf, konsequent von Anfang bis Ende und durchgehend packend. Ganz ohne Text stieg Matthias Istel (Nürnberg) auf die Bühne, nutzte seinen langjährige Improtheater-Erfahrung für eine anhand von Worteinwürfen aus dem Publikum gestrickte Geschichte, die sich dann mit einem lachenden und einem weinenden Auge um die Begegnung mit dem Obdachlosen „Charles“ drehte. Markus Köhle (Wien) erwies sich als wortgewaltigster Teilnehmer im Wettbewerb und legte eine fulminante romantisch-komische Brandrede hin, um die verlorene Freundin wieder zurück zu gewinnen, wobei er auf beeindruckende Art und Weise sämtliche Register bildhafter Sprache zog. Solch eindrucksvolle literarische und performative Leistung wurde selbstverständlich mit Finalteilnahme geahndet. Das letzte Wort im Wettbewerb hatte Axel (Erlangen), der mit seinem „Hypocrisy Rap“ trotz schwerem Stand durch Startnummer 14 durchaus zu überzeugen wusste.
Ein bombastisches Vierer-Finale gab es am Ende dann zu sehen, mit einer immer noch supercoolen Ines Schmidts, einer weiteren Killer-Performance von Pauline Füg und Tobias Heyel, einem weiteren dramatischen Zwerchfellbelastungstest von Christof Knüsel und schließlich mit einer faktischen Glanzleistung von Markus Köhle, der ein amoröses Krankenhausabenteuer bunt und facettenreich zum Besten gab, wobei aber als Clou jedes Wort entweder mit den Buchstaben „d“ oder „t“ begann, welche bei dem in seiner österreichischen Herkunftsregion gesprochenen Dialekt aber immer gleich (wie „d“) klingen. Diese Idee ist ja an sich nicht neu, aber derart ungezwungen und farbenfroh inszeniert hatte man sie noch nicht gesehen. Und so hatte Markus Köhle dann auch in diesem starken Finale eine Nasenlänge Applausvorsprung und ist somit der verdiente Sieger des Juni-Slams 2007. Gratulation! Ein Dankeschön an alle Poetinnen und Poeten, behalten wir uns diesen wunderschönen Abend in Erinnerung. Nach einer kurzen Sommerpause geht es am Sonntag, den 23. September 2007, weiter mit dem Erlanger Poetry Slam.

Bis dann!

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